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Lohnnebenkosten senken: So können Österreichs Unternehmen jährlich Millionen sparen

Österreichs Unternehmen kämpfen aktuell an mehreren Fronten: der sich weiter verschärfende Fachkräftemangel, angespannte Lieferketten, steigende Kosten für Energie – Die Liste ist lang. Eine andere Herausforderung wird dabei oft übergangen, wiegt aber mindestens genauso schwer: die hohen Lohnnebenkosten für Arbeitgeber:innen. Tatsächlich liegt Österreich in Europa auf Platz 5. Von 100 Euro, die das Unternehmen für eine:n Mitarbeiter:in bezahlt, kommen teils weniger als 70 € tatsächlich an (vor Steuern). Aber dabei gibt es Möglichkeiten, die eigenen Lohnnebenkosten zu senken, ohne darauf zu warten, dass die Politik aktiv wird.
Was sind Lohnnebenkosten?
Bei den Lohnnebenkosten handelt es sich um Ausgaben, die Arbeitgeber:innen neben den Löhnen und Gehältern für ihre Mitarbeiter:innen zahlen müssen. Die Abgaben werden aber nicht an die Arbeitnehmer:innen ausgezahlt, sondern direkt an die jeweiligen Versicherungsunternehmen abgeführt. Dieser Wert liegt in Österreich bei rund 30 % (teilweise auch etwas höher) des Bruttolohnes.
In Österreich sind Lohnnebenkosten in erster Linie:
► Sozialversicherungsbeiträge (z. B. Kranken-, Pensions-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung)
► Dienstgeberbeiträge (z. B. Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB), Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ), Kommunalsteuer)
► Abfertigungsbeiträge zur Mitarbeitervorsorgekasse (MVK)
► Beiträge zu Umlagen, wie der Insolvenz-Entgeltsicherungsfonds (IEF)
► Sonderzahlungen (13. und 14. Gehalt) inkl. der entsprechenden Zuschläge
Berechnung der Lohnnebenkosten in Österreich
Die Lohnnebenkosten setzen sich aus unterschiedlichen Punkten zusammen. Insbesondere der Anteil der Sozialversicherung ist mit knapp 21 % recht hoch. Die exakte Verteilung kann je nach Branche, Kollektivvertrag und Bundesland variieren. Bei der Berechnung der Lohnnebenkosten fallen zudem der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) -Beitrag mit 3,7 % an und die Kommunalsteuer mit 3 %. Für die auch als „Abfertigung neu“ bezeichneten Abgaben an die betriebliche Vorsorgekasse müssen Leistungen in Höhe von 1,53 % bezahlt werden. Dazu kommen noch Umlagen und Zuschläge.
Wir haben typische Prozentwerte der Arbeitgeberanteile an der Bruttolohnsumme zusammengefasst:
Lohnnebenkosten stellen Arbeitgeber:innen vor Herausforderungen
Die Diskussion über die Lohnnebenkosten ist in Österreich kontinuierlich zu vernehmen. Im internationalen Vergleich zählen Österreichs Lohnnebenkosten zu den höchsten in Europa. Selbst in Deutschland, wo Unternehmen unter einer hohen Belastung leiden, liegt der Anteil der Lohnnebenkosten lediglich bei knapp 20 %.
Für die Wirtschaft und damit die Unternehmen – insbesondere für kleine und mittlere – ist das eine große finanzielle Belastung. Denn die Kosten für Mitarbeiter:innen sind insbesondere in der aktuellen wirtschaftlichen Lage hoch und jede Neueinstellung belastet das Unternehmensbudget spürbar. Gleichzeitig ist es schwer, gute Fachkräfte zu halten, da der Spielraum für Gehaltserhöhungen begrenzt ist. Hohe Lohnnebenkosten schmälern auch die Möglichkeiten für leistungsbezogene Prämien.
Neue Unternehmen werden durch die Lohnnebenkosten mitunter abgeschreckt, während heimische Unternehmen zunehmend in Versuchung kommen, ihre Standorte zu verlagern. Denn vor allem bei einer schwankenden Auftragslage sind hohe Personalkosten ein enormes Risiko.
Strategien zur Senkung der Lohnnebenkosten in Österreich
Es ist nur logisch, dass viele Unternehmen versuchen, die Lohnnebenkosten zu senken. Dabei geht es nicht um das Umgehen gesetzlicher Verpflichtungen, sondern um die intelligente Gestaltung der Entlohnung oder die Nutzung von Förderungen.
Ein Überblick über beliebte Möglichkeiten zur Reduktion von Lohnnebenkosten in Österreich:
Um Lohnnebenkosten zu senken, können Unternehmen die Gehaltsstruktur anpassen. Wenn Gehaltsanteile in steuerfreie oder -begünstigte Zuwendungen umgewandelt werden, oder Boni statt Fixgehalt ausgezahlt werden, fallen hier geringere oder gar keine Lohnnebenkosten an.
Die Optimierung der Gehaltsstruktur durch steuerfreie Sachbezüge und Benefits hilft die Leistung der Mitarbeiter zu entlohnen und sie ans Unternehmen zu binden, ohne zusätzliche Lohnnebenkosten zahlen zu müssen. Statt einer Gehaltserhöhung können Sie zum Beispiel ein Öffi-Ticket oder einen Kinderbetreuungszuschuss anbieten. Essenszuschüsse sind steuerlich begünstigt und Gutscheine bis zu 186 € jährlich sind lohnnebenkostenfrei.
Arbeitgeber:innen können Lohnnebenkosten indirekt senken, indem sie auf staatliche Zuschüsse oder Förderungen zugreifen. Diese gibt es zum Beispiel für die Einstellung von Lehrlingen, Weiterbildungsmaßnahmen von Mitarbeiter:innen oder die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Unternehmen können auch steuerfreie Forschungsprämien beantragen.
Die Ausgaben für Dienstgeberbeiträge oder Kommunalsteuer lassen sich durch spezielle Regelungen oder Ausnahmen senken. Zum Beispiel gibt es in manchen Regionen Förderungen oder niedrigere Kommunalsteuersätze, um Betriebe anzusiedeln oder zu halten.
Zwar ist das Vorsorgemodell der Abfertigung neu in Österreich verpflichtend, aber effizient planbar. Arbeitgeber:innen können durch die Wahl einer geeigneten betrieblichen Vorsorgekasse und transparente Beitragsgestaltung aktiv Einfluss auf die langfristigen Kosten nehmen.
Fazit
Die hohen Lohnnebenkosten hierzulande sind eine große Herausforderung für Unternehmen. Um das Wachstum anzukurbeln, stufen 93 % der Betriebe eine Senkung der Lohnnebenkosten als wichtigste Maßnahme ein. Dabei muss man aber nicht warten, dass die Politik aktiv wird.
Regionale und branchenspezifische Möglichkeiten, staatliche Förderungen oder flexible Gehaltsstrukturen tragen dazu bei, die Abgabenlast zu reduzieren. Der größte Hebel sind lohnsteuer- und sozialabgabenfreie Benefits. Diese sorgen dafür, dass Mitarbeiter:innen am Ende des Monats oder des Jahres mehr in der Geldbörse haben, ohne dass die Unternehmen mehr Lohnnebenkosten zahlen müssen.
Edenred bietet dafür unterschiedliche Optionen – von Essens- oder Lebensmittelgutscheinen bis hin zu Geschenkgutscheinen.