Was ist Remote Work?
Beim Remote Work oder mobilen Arbeiten arbeiten Mitarbeiter:innen nicht im Büro bzw. am Unternehmensstandort, sondern von zuhause oder an einem anderen Ort. Denn obwohl die Begriffe Remote Work und Homeoffice häufig synonym verwendet werden, ist es wichtig, diese voneinander abzugrenzen.
Während Mitarbeiter:innen im Homeoffice von zuhause aus arbeiten – sei es nur für wenige Tage oder dauerhaft – ist bei Remote Work der Ort komplett offen. Das Teammitglied arbeitet von dort aus, wo er oder sie will. Wichtig ist nur, dass dies mit dem Unternehmen abgesprochen ist und den Firmenrichtlinen entspricht.
Remote Work kann auch bedeuten, dass eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter von unterwegs aus arbeitet. Das wäre zum Beispiel im Zug während einer Dienstreise der Fall. Wenn sich eine Kollegin oder ein Kollege aus dem Auto in einen Call einwählt, fällt das ebenfalls unter mobiles Arbeiten. Möglich wird dies durch moderne Softwarelösungen wie Sharepoint, Teams und Co. oder auch durch die Tatsache, dass stationäre Rechner immer mehr der Vergangenheit angehören und fast alle Arbeitnehmer:innen inzwischen über Laptop, Tablet, Smartphone und Co. verfügen.
Einen recht neuen Trend stellt die sogenannte Workation dar. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer:innen für eine befristete Zeit im Jahr aus einem anderen Land arbeiten können. Das verbindet produktives Arbeiten mit dem Flair des Reisens und ermöglicht es Arbeitnehmer:innen, Beruf und persönliche Erholung zeitweise an einem Ort ihrer Wahl zu kombinieren. Allerdings gilt es hier Regelungen zu definieren und wichtige Punkte wie den Versicherungsschutz abzuklären.

Vorteile für Arbeitnehmer:innen
Diese Angebote stoßen bei Arbeitnehmer:innen natürlich auf Zustimmung. Logisch, denn für sie bringen diese Möglichkeiten zahlreiche Vorteile.
► Flexibilität und Work-Life-Balance: Die Flexibilität, die mit Remote Work einhergeht, fördert das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen und ermöglichet eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.
► Wegfall von Pendelzeiten: In Österreich beträgt die durchschnittliche Pendelzeit für Erwerbstätige etwa 27 Minuten pro Weg – also eine knappe Stunde pro Tag. Diese Stunde lässt sich mit Remote Work anderweitig nutzen, etwa für die Hausarbeit, Erledigungen oder vielleicht auch nur etwas mehr Schlaf.
► Selbstbestimmtes Arbeiten: Für viele Menschen liegt der größte Vorteil von Remote Work in der Freiheit, das Arbeitsumfeld selbst zu bestimmen. Ob zu Hause am eigenen Schreibtisch, unterwegs in einem Café oder im Ausland – jeder arbeitet von dort, wo sie oder er sich am wohlsten fühlt bzw. am produktivsten ist.
► Zugang zu mehr Jobmöglichkeiten: Remote Work bietet Angestellten Zugang zu einer größeren Zahl an Jobmöglichkeiten, da geografische Einschränkungen wegfallen und sie sich auf Stellen in unterschiedlichen Regionen oder sogar Ländern bewerben können. Wer etwa auf dem Land wohnt, ist nicht mehr eingeschränkt bei der Wahl des Arbeitgebers.
► Weniger Ablenkungen: Was auf den ersten Blick seltsam wirken mag, kann dennoch ein Vorteil des Homeoffice bzw. von Remote Work sein. Es gibt keine plaudernden Kolleg:innen,,, keine spontanen Besprechungen oder störenden Hintergrundgeräusche.
Vorteile für Arbeitgeber:innen
Unter Jobsuchenden bleibt das flexible Arbeiten nach wie vor ein großer Faktor und beeinflusst auch, ob ein Arbeitgeber attraktiv ist. Trotzdem gibt es Anzeichen für eine rückläufige Tendenz auf Seiten der Arbeitgeber:innen.
Aber das ist ein Risiko, denn wer in der heutigen Zeit (potenziellen) Arbeitnehmerinnen nicht die Möglichkeit des mobilen Arbeitens anbietet, macht sich ein Stück weit unattraktiv und gerät in den Ringen um neue Talente ins Hintertreffen.
Statt zu versuchen, den Wandel zu bekämpfen, sollten Arbeitgeber:innen versuchen, Remote Work als Chance zu begreifen. Denn auch für sie bieten sich Vorteile:
► Kostenersparnis: Unternehmen können durch geringeren Bedarf an Büroflächen, Infrastruktur und Betriebskosten sparen. „Open-Desk“ lautet das Stichwort - fixe Arbeitsplätze werden durch flexible Nutzungskonzepte ersetzt.
► Größere Reichweite bei der Mitarbeitersuche: Remote Work ermöglicht es, Talente unabhängig vom Standort zu rekrutieren – sogar über die Landesgrenzen hinweg.
► Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung: Flexible Arbeitsmöglichkeiten steigern die Zufriedenheit und reduzieren Fluktuation sowie krankheitsbedingte Ausfälle.
Herausforderungen und Risiken bedenken
Aber Remote Work ist auch mit Herausforderungen verbunden: Die fehlende Trennung zwischen Beruf und Privatleben kann für Angestellte zum Problem werden. Selbstmotivation und Selbstmanagement sind absolut unumgänglich.
Wer tagelang allein am Küchentisch sitzt, läuft Gefahr, sich einsam zu fühlen. Denn ein Faktor, der bei der beruflichen Zufriedenheit immer wieder unterschätzt wird, ist das Miteinander. Ein Büro ist mehr als nur ein Arbeitsplatz, mit Kolleg:innen verbringt man tendenziell mehr Zeit als mit Freund:innen und oftmals auch mehr als mit der Familie. Bei vielen Remote-Mitarbeitenden besteht immer auch die Gefahr, dass die Firmenkultur leidet und der Zusammenhalt verloren geht.
Viele Prozesse, die vor Ort relativ unproblematisch sind, werden schwieriger umzusetzen, wenn jede:r an einem anderen Ort sitzt. In vielen Unternehmen entsteht ein zusätzlicher Aufwand, virtuelle Team-Events und Workshops zu gestalten, von der Integration neuer Mitarbeiter:innen ganz zu schweigen.

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen
Die Arbeit im Homeoffice oder von unterwegs aus hat sich für viele Arbeitnehmer:innen als flexible Alternative zum Büroalltag etabliert. Damit diese aber in der Praxis funktioniert und sich Abläufe wie gewohnt gestalten, gilt es einige Punkte zu beachten.
Nicht immer ist Remote Work möglich. Machen Sie sich vor der Umsetzung Gedanken, ob und wie die Rahmenbedingungen in Ihrem Unternehmen aussehen können.
Definieren Sie klare Regelungen zu Arbeitszeiten, Erreichbarkeit, Datenschutz und Ausstattung und halten Sie diese vertraglich fest. Bei Auslandsaufenthalten ist darauf zu achten, dass steuerliche und versicherungstechnische Richtlinien eingehalten werden.
Setzen Sie auf digitale Tools, um einen effizienten Austausch sowie eine klare Kommunikation sicherzustellen; und gehen Sie keine Kompromisse bei der IT-Sicherheit ein.
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Die zur Verfügung gestellten Informationen erfolgen ohne Gewähr und stellen keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Bitte wenden Sie sich hierfür an die entsprechenden Expert:innen.
